Konferenz für Weltmission und Evangelisation


Home > Konferenz > Themen > Identitätsprobleme in vielschichtigen und sich verändernden Kontexten

Identitätsprobleme in vielschichtigen und sich verändernden Kontexten

Mission und kulturelle Identität

In den Jahren bis zur Weltmissionskonferenz 1996 in Salvador, Brasilien, führte der ÖRK weltweit eine Studienarbeit über das Verhältnis von Evangelium und Kulturen durch. Auf der Grundlage der Ergebnisse dieser Studie und der Konferenz müssen folgende Fragen weiterverfolgt werden:

Wie entsteht Identität, wie verändert sie sich, wodurch wird sie in Frage gestellt und wie vermischt sie sich, speziell in Kontexten - im Norden wie im Süden -, die unter dem Einfluss von Säkularisierung und Postmoderne stehen? Besonders nachdrücklich sollte der Frage nachgegangen werden, wie die Globalisierung auf Jugendkulturen einwirkt und wie diese wiederum die Mission herausfordern.

Kirchlicher Dienst im multikulturellen Kontext: Kirche sein in zunehmend pluralistischen Kontexten. Die Erfahrungen und der Dialog, die in der Arbeit des Internationalen Netzwerk-Forums über Dienst im multikulturellen Kontext gewonnen worden sind, werden in die Beratungen der Konferenz über dieses Thema einfließen.

Identitäten im Konflikt: In ihrem Kampf um Gerechtigkeit und Würde müssen sich die Randgruppen der Gesellschaft zu ihrer je eigenen Identität bekennen, um auf diese Weise der Unterdrückung zu widerstehen und den Weg der Befreiung zu gehen. Kulturelle oder religiöse Identität werden aber auch dazu missbraucht, Konflikte anzuheizen, und können zu Ausgrenzung und Gewalt führen. Eine der wichtigsten Herausforderungen der Mission im Blick auf Evangelium, Kulturen und Versöhnung ist die Frage, wie man sich zur eigenen Identität bekennen und dabei gleichzeitig die in Gottes Heilsplan verankerte Würde des "Anderen" anerkennen kann.

Mission und religiöse Identität:

Hierbei geht es um zwei Fragen:

Wie muss der Dialog im Leben pluralistischer Gemeinschaften geführt werden, damit christliches Zeugnis unter den Bedingungen unserer Zeit möglich ist? Auf diesem Gebiet hat der ÖRK viel Arbeit geleistet und reiche Erfahrungen gesammelt. Der Dialog hat immense Bedeutung, insbesondere da, wo es Gewalt zu überwinden gilt und ein Zeugnis für Frieden und Versöhnung gefordert ist. 
Welche Bedeutung haben Religionen in der christlichen Missionstheologie? Bei der Weltmissionskonferenz 1989 in San Antonio wurde in dieser Frage Einmütigkeit erzielt. Kurz zusammengefasst hieß es dort: Wir können keinen anderen Weg des Heils bezeugen als Jesus Christus. Wir können Gottes Heilshandeln keine Grenzen setzen. Zwischen diesen Aussagen besteht eine Spannung, die wir anerkennen müssen und nicht lösen können.

Der Frage, ob diese Aussage auch heute noch für uns gültig ist und gelten muss, wird zur Zeit in einer Studienarbeit nachgegangen.