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11.05.05 08:53 Alter: 7 yrs

Weltmissionskonferenz: Behinderte nicht ausgrenzen - Beziehungen der Orthodoxen zur Ökumene bleiben schwierig

Athen (epd). Auf der Weltmissionskonferenz in Athen ist vor einer zunehmenden Ausgrenzung von Kranken und Behinderten gewarnt worden. In einer weltweit sozial kälter werdenden Gesellschaft seien viele Menschen den Leistungsanforderungen nicht mehr gewachsen, hieß es am Mittwoch auf der vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) getragenen Tagung mit rund 700 Teilnehmern aus 105 Nationen. Ein hoher Prozentsatz von ihnen seien Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen.

 

In allen großen Städten der Welt lebten Frauen und Männer wegen ihrer Behinderung in bitterster Armut, Hunger und Abhängigkeit, erklärte der Kenianer Samuel Kabue. Diese Menschen litten unter vermeidbaren Krankheiten und würden schlecht behandelt, fügte der erblindete Theologe hinzu. Kabue ist Leiter des Weltkirchenrat-Programms für Behinderte mit Sitz in Kenia.

Auf der Weltmissionskonferenz wurde unterdessen wieder die Skepsis innerhalb der orthodoxen Kirchen gegenüber der ökumenischen Bewegung deutlich. Seit dem Konferenzauftakt am Dienstag demonstriert eine kleine Gruppe ultra-konservativer Orthodoxer vor dem Tagungsgelände. Mit Transparenten protestieren sie gegen die Teilnahme der griechisch-orthodoxen Kirche an dem Christentreffen. Die orthodoxe Kirche ist Gastgeber der Tagung. Rund 97 Prozent der Griechen sind orthodox getauft.

Die Konferenz findet seit ihren Anfängen vor fast hundert Jahren erstmals in einem orthodox geprägten Land statt. In seinem Grußwort zur Eröffnung hatte Erzbischof Christodoulos von Athen und ganz Griechenland sich zwar zur Ökumene bekannt. Zugleich erinnerte er an "bittere Erfahrungen" seiner Kirche durch aggressive Missionsversuche anderer Konfessionen in der Vergangenheit. Christodoulos: "Wir Orthodoxen fühlen uns von der ökumenischen Begegnung und dem Dialog nicht nur bereichert." Die orthodoxe Kirche in Griechenland steht zurzeit wegen einiger Affären in der Kritik.

Auf der in der Nähe der griechischen Metropole Athen stattfindenden 13. Weltmissionskonferenz seit 1910 stehen die Themen Heilung, Versöhnung und Heiliger Geist im Mittelpunkt. Bis Pfingstsonntag wollen die rund 500 Delegierten aus nahezu allen christlichen Traditionen über die Zukunft des Christentums diskutieren.

In Griechenland arbeiten zum ersten Mal in der Geschichte der Weltmissionskonferenzen evangelikale und pfingstlich-charismatisch orientierte Christen sowie Vertreter der römisch-katholischen Kirche vollberechtigt mit. Die pfingstkirchlich-charismatische Bewegung ist die zurzeit am stärksten wachsende christliche Gemeinschaft, besonders in den Ländern des Südens. Ihre theologischen Lehren sind in den etablierten Kirchen des Westens zum Teil umstritten. In Athen soll ein Ausgleich gesucht werden. (05317/11.5.2005)