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10.05.05 10:20 Alter: 7 yrs

Appell zu mehr sozialer Gerechtigkeit - ÖRK: Wirtschaft darf nicht alles bestimmen

Athen (epd). Mit einem Appell zu mehr sozialer Gerechtigkeit in der Weltwirtschaft ist in Athen die 13. Weltmissionskonferenz eröffnet worden. Wenn die Reichen auf Kosten der Armen immer reicher würden, müssten die Kirchen laut und deutlich Einspruch erheben, forderte Erzbischof Christodoulos von Athen und ganz Griechenland am Dienstag als Gastgeber der sechstägigen Versammlung. Diese Entwicklung sei keineswegs "historisch unvermeidlich", wie viele Politiker und Wirtschaftsexperten meinten, so das griechisch-orthodoxe Kirchenoberhaupt.

Die Konferenz findet seit ihren Anfängen vor fast hundert Jahren erstmals in einem orthodoxen Umfeld statt.

Teilnehmer der Weltmissionskonferenz warnten vor einer Vormachtstellung der Wirtschaft und des Geldes in allen Bereichen der Gesellschaft. Die Kirchen müssten sich zudem wieder auf ihre Stärken aus den Anfängen des Christentums wie Heilung und Versöhnung besinnen, hieß es.

Bis Pfingstsonntag wollen mehr als 500 Teilnehmer aus allen Teilen der Welt und nahezu allen christlichen Traditionen über die Zukunft des Christentums diskutieren. Die in der Nähe der griechischen Metropole tagende Konferenz steht unter dem Motto "Komm, Heiliger Geist, heile und versöhne". Sie wird vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) in Genf organisiert.

Der Generalsekretär des Weltkirchenrates, Sam Kobia, forderte eine Neuausrichtung der Kirchen für das 21. Jahrhundert. Das demographische Zentrum der Christenheit habe sich von Europa weg in die Länder des Südens verlagert, sagte Kobia. Afrika sei von der Peripherie ins Zentrum des christlichen Bewusstseins gerückt. Auch die seit Jahrhunderten in Europa geprägten Formen des Glaubens in Liturgie und Kirche seien für viele Christen weltweit nicht mehr die Norm, fügte Kobia hinzu.

In Griechenland sind so viele unterschiedliche christliche Traditionen vertreten wie noch nie zuvor. Nach ÖRK-Angaben kommen fast ein Viertel der rund 500 Teilnehmer aus der römischkatholischen Kirche sowie aus den evangelikalen und charismatisch- pfingstkirchlichen Traditionen.

Diese gehören nicht zu den 347 ÖRK- Mitgliedskirchen. Die pfingstlichen und charismatischen Kirchen wirken vor allem mit ihrer spektakulären Praxis der Krankenheilung durch intensives Gebet und Heilungsgottesdienste für viele Christen anziehend.

Auf der ersten Konferenz für Weltmission und Evangelisation des 21. Jahrhunderts soll ein Ausgleich zwischen den etablierten Kirchen und der pfingstlich-charismatischen Bewegung gesucht werden, der zurzeit am stärksten wachsenden christlichen Gemeinschaft. Sie werfen den historisch gewachsenen Kirchen Versagen bei der Verkündigung und Verbreitung des Evangeliums vor. Weitere umstrittene Themen sind die zurzeit wieder zunehmende Tendenz der Kirchen, sich gegeneinander abzugrenzen, sowie der in einigen Ländern aggressive Wettbewerb in der Mission zwischen den Kirchen.

Zentrales Thema der Weltmissionskonferenz in Griechenland ist das Thema Heilung. Die Kirchen müssten sich wieder auf ihre Tradition als "heilende Gemeinschaft" besinnen, hieß es im Vorfeld. Dazu müsse zum einen die kirchliche Praxis von Seelsorge, Gebet, Salbung sowie besondere Heilungsliturgien und Sakramenten wieder mehr aktiviert werden. Dies müsse die von den Kirchen geleistete Hilfe etwa in Form von diakonischen Krankenhäusern ergänzen und unterstützen.

Die erste Weltmissionskonferenz fand 1910 im schottischen Edinburgh statt. Die Athener Tagung geht am Pfingstsonntag zu Ende. (05236/10.5.2005)

Fotos hierzu abrufbar bei epd-bild, Tel.: 069/58098-197