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14.05.05 14:57 Alter: 7 yrs

Weltkonferenz: Versöhnung ist Ziel der Mission im 21. Jahrhundert

Athen (epd). Die Kirchen wollen sich in der weltweiten Mission verstärkt für die Versöhnung zwischen verfeindeten Nationen und Menschen in Konfliktregionen einsetzen. Auf der 13. Weltmissionskonferenz in Athen wurden als Beispiele der Nahostkonflikt und Ruanda nach dem Völkermord von 1994 genannt. "Wir befinden uns an einem Wendepunkt in der Geschichte der Mission", hieß es in einer am Samstag verabschiedeten Abschluss-Erklärung. Die Konferenz geht am Pfingstsonntag zu Ende.

Auf der Tagung mit rund 700 Teilnehmern aus nahezu allen christlichen Traditionen wurde zudem die Trennung beim Abendmahl zwischen den Kirchen beklagt. Nach wie vor könnten die Hindernisse nicht überwunden werden, "die uns davon abhalten, gemeinsam das zutiefst heilsame und versöhnende Sakrament - die Eucharistie, das Abendmahl - zu feiern", heißt es in dem Text.

Zugleich begrüßten die 500 Delegierten aus orthodoxen, römisch- katholischen, anglikanischen, protestantischen, pfingstkirchlichen und evangelikalen Kirchen die Vielfalt im Christentum als große Chance. Diese Vielfalt könne mitunter Unbehagen hervorrufen, aber auch "Möglichkeiten für ein tieferes Verständnis des Wirkens des Heiligen Geistes" aufzeigen.

In ihrer Abschlussbotschaft zogen die Teilnehmer trotz Meinungsverschiedenheiten eine positive Bilanz des sechstägigen Treffens. Die vom Weltkirchenrat organisierte Konferenz fand erstmals in einem von der orthodoxen Kirche geprägten Land statt. Dabei traten auch wieder Spannungen zwischen den orthodoxen und anderen christlichen Traditionen in der Ökumene auf. Eine ultra-konservative orthodoxe Splittergruppe hatte während der Tagung gegen das ökumenische Engagement der gastgebenden griechisch-orthodoxen Kirche protestiert.

Zum ersten Mal nahmen neben Vertretern der charismatisch- pfingstlichen Bewegung auch Vertreter des Vatikans vollberechtigt an einer Weltmissionskonferenz teil. Die römisch-katholische Kirche sei "Teil der ökumenischen Bewegung" und betrachte den Weltkirchenrat als einen "wesentlichen Partner", hatte Bischof Brian Farrel betont, der Sekretär des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen ist. Der Generalsekretär des Weltkirchenrats, Sam Kobia, will Mitte Juni mit Papst Benedikt XVI. zusammentreffen, hieß es in Athen.

Auf Deutschland bezogen erklärte der Magdeburger evangelische Bischof Axel Noack, Mission in Ostdeutschland könne heute nur noch ökumenisch sein. Vor allem junge Menschen verstünden den Unterschied zwischen den Konfessionen kaum mehr. Die Missionskonferenz geht am Sonntagabend mit einem Gottesdienst auf dem Areopag in Athen zu Ende. Dort hatte der Apostel Paulus den Athenern vor fast 2.000 Jahren die christliche Botschaft verkündigt. (05463/14.5.2005)