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12.05.05 10:09 Alter: 7 yrs

Weltkirchenrat räumt Fehler bei Mission in der Vergangenheit ein - Weltmissionskonferenz: Norden soll vom Süden lernen

Athen (epd). Auf der Weltmissionskonferenz in Athen haben Kirchenvertreter Fehler bei der Mission in der Vergangenheit eingeräumt. Dabei sei fremden Kulturen weltweit auch Gewalt angetan worden, erklärte der deutsche Theologe Fernando Enns am Donnerstag auf der Tagung von rund 700 Christen aus mehr als 100 Ländern in der Nähe der griechischen Hauptstadt. Enns ist Pfarrer der mennonitischen Kirche und Mitglied im Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK).

 

Das Evangelium sei nicht immer als das "befreiende, versöhnende und heilende Wort Gottes" in der Welt verbreitet worden, fügte Enns hinzu. Zum Teil sei Rassismus und Unterdrückung von den Kirchen unterstützt worden. Es gebe daher auch eine Beziehung zwischen Mission und Gewalt, so Enns. Die mennonitische Kirche gilt als die älteste Freikirche und als historische Friedenskirche.

Der Weltkirchenrat hatte 2001 in Potsdam eine zehnjährige "Dekade zur Überwindung von Gewalt" gestartet. Die am Pfingstsonntag zu Ende gehende Weltmissionskonferenz wird vom ÖRK organisiert. Sie dient dem Austausch zwischen orthodoxen, katholischen, anglikanischen, protestantischen, pfingstkirchlichen und evangelikalen Christen aus Nord- und Südamerika, Afrika, Europa und Asien.

Der Magdeburger Bischof Axel Noack forderte die deutschen Kirchen auf, mehr von den Christen aus den südlichen Erdteilen zu lernen. So habe der christliche Glaube in afrikanischen Staaten auch Konsequenzen für das persönliche Leben, sagte Noack dem epd. Der Bischof der Kirchenprovinz Sachsen ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste und in Athen Delegierter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Das Thema Heilung ist Schwerpunkt der 13. Weltmissionskonferenz. Noack: "Da sind wir unterbelichtet in Deutschland." Die Kirchen seien traditionell für das seelische Heil zuständig und die Diakonie für die körperliche Heilung. Auf der Missionskonferenz sei deutlich geworden, dass dies in Zukunft ganzheitlicher gesehen werden müsse.

Derzeit seien rund 700 Deutsche aus den evangelischen Landeskirchen und großen Freikirchen in Übersee engagiert, sagte Klaus Schäfer vom Evangelischen Missionswerk in Deutschland (EMW) mit Sitz in Hamburg dem epd. Sie arbeiteten unter anderem als theologische Dozenten, als Lehrer, Ärzte, Krankenschwestern oder als Pfarrer und Pfarrerinnen.

Das Missionswerk ist der Dachverband von zwölf evangelischen Missionswerken, sechs missionarischen Verbänden sowie fünf Freikirchen und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Ziel ist die ökumenische, missionarische und entwicklungsbezogene Zusammenarbeit mit Christen und Kirchen weltweit. (05372/12.5.2005)