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10.05.05 14:58 Alter: 7 yrs

Griechischer Erzbischof: Mission beginnt vor der Haustüre

Christodoulos beklagt dennoch "aggressive Missionstätigkeit" in seinem Land

Eröffnung der Weltmissionskonferenz, die vom 9. bis 16. Mai in Athen stattfindet

A t h e n (idea) - Globalisierung und multikulturelle Gesellschaften stellen für die christliche Mission eine neue Herausforderung dar. Habe man in früheren Jahrhunderten von christlichen Nationen aus anderen Ländern das Evangelium gebracht, so lebe man heute auf engstem Raum mit Menschen anderer Kultur und anderen Glaubens.

Auf diesen Zusammenhang hat das geistliche Oberhaupt der griechisch-orthodoxen Kirche, Erzbischof Christodoulos (Athen), bei der Eröffnung der Weltmissionskonferenz hingewiesen, die vom 9. bis 16. Mai in Athen stattfindet. Durch die Vermischung der Kulturen sei es schwer geworden, christliche Werte und Traditionen zu bewahren. Der Erzbischof warnte grundsätzlich davor, Mission nur als das Aussenden von Missionaren zu begreifen. Auch das stille Zeugnis und die gottesdienstliche Liturgie hätten eine missionarische Dimension.

Globalisierung "foltert" Menschen
Christodoulos sagte den 500 Teilnehmern, man habe die Konferenz gerne nach Athen eingeladen - "trotz zurückliegender bitterer Erfahrungen mit aggressiven Missionstätigkeiten und feindlichen Handlungen gegen unser Volk". Damit nahm er Bezug vor allem auf evangelikale Missionare, deren Arbeit von der orthodoxen Kirche als Versuch gewertet wird, Mitglieder abzuwerben (Proselytismus). Der Weltkirchenrat, der die Weltmissionskonferenz veranstaltet, lehnt Proselytismus ab. Von den mehr als 10,5 Millionen Griechen gehören knapp 10 Millionen der orthodoxen Kirche, 65.000 der römisch-katholischen und 50.000 einer evangelischen Kirche an. Scharf kritisierte der Erzbischof den modernen Materialismus. Wissenschaft, wirtschaftliche Entwicklung, Geld und Profit könnten keine Hoffnung auf eine geistliche Wiedergeburt bieten. Der Mensch werde durch Globalisierung und Verstädterung "sozial und politisch gefoltert". Deshalb komme es darauf an, sich gegen die Entwertung des menschlichen Lebens einzusetzen und eine Gegenkultur aufzubauen, die es auch wage, den Mächtigen den Willen Gottes zu verkünden.


Autor: Evangelische Nachrichtenagentur idea