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11.05.05 04:55 Alter: 7 yrs

Weltmissionskonferenz: Kirchen müssen mehr für Behinderte tun

Auf der Weltmissionskonferenz in Athen sind die Kirchen zur vollen Integration von chronisch Kranken und Behinderten aufgefordert worden.

Athen (epd). Behinderte Menschen dürften nicht in die Rolle von reinen Hilfeempfängern abgedrängt werden, hieß es am Mittwoch auf der vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) getragenen Tagung mit rund 700 Teilnehmern aus 105 Nationen. Hilfe könne so auch zu einem Vorwand für Ausgrenzung werden.

Wie schon in vorchristlicher Zeit seien zu Beginn des 21. Jahrhunderts ganze Gruppen der Weltbevölkerung in Gefahr, mit den von der Gesellschaft geforderten Standards nicht mithalten zu können, erklärte der ÖRK-Vertreter Samuel Kabue, der ein ökumenisches Netzwerk für Behinderte vertritt. In allen großen Städten der Welt lebten Frauen und Männer wegen ihrer Behinderung in bitterster Armut, Hunger und Abhängigkeit. Sie litten unter vermeidbaren Krankheiten und würden schlecht behandelt, hieß es weiter.

Zwar sei die Einstellung zu behinderten Menschen in den vergangenen Jahren in den Kirchen und christlichen Institutionen positiver geworden, fügte Kabue hinzu. In einigen Teilen der Welt und in einigen Kirchen sei in letzter Zeit jedoch eine Rückkehr zur Bevormundung oder Gleichgültigkeit zu beobachten.

Auf der 13. Weltmissionskonferenz seit 1910 stehen die Themen Heilung, Versöhnung und Heiliger Geist im Mittelpunkt. Die mehr als 300 Kirchen und christliche Organisationen repräsentierende Konferenz findet seit ihren Anfängen vor fast hundert Jahren erstmals in einem von der orthodoxen Kirche geprägten Umfeld statt. Bis Pfingstsonntag wollen die rund 500 Delegierten aus nahezu allen christlichen Traditionen über die Zukunft des Christentums diskutieren.

In Griechenland arbeiten zum ersten Mal in der Geschichte der Weltmissionskonferenzen evangelikale und pfingstlich-charismatisch orientierte Christen sowie Vertreter der römisch-katholischen Kirche vollberechtigt mit. Die pfingstkirchlich-charismatische Bewegung ist die zurzeit am stärksten wachsende christliche Gemeinschaft, besonders in den Ländern des Südens. Ihre theologischen Lehren sind in den etablierten Kirchen des Westens zum Teil umstritten. In Athen soll ein Ausgleich gesucht werden.