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13.05.05 15:09 Alter: 7 yrs

Gewaltlosigkeit als Erkennungsmerkmal vorleben - Beziehung zwischen Gewalt und Mission Thema auf der Weltmissionskonferenz

STUTTGART (EMS). Die durchaus ambivalenten Beziehungen zwischen Gewalt und Mission waren Hauptthema des dritten Tages auf der Weltmissionskonferenz des ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) in Athen. Der Tag begann mit einer Prozession von Gewaltsymbolen, die Jugendliche aus verschiedenen Ländern zum Altar trugen. Eine lange Menschenkette ersetzte die Symbole durch brennende Kerzen als Zeichen der Überwindung von Gewalt.
"Lieber Herr Jesus, es tut uns leid, dass wir dieses Jahr Weihnachten nicht feiern können, da wir eine Gemeinde in Trauer sind", stand eines Tages auf der Kirchenmauer der lutherischen Kirche in Bethlehem, wie die palästinensische Theologin Viola Raheb vom Komitee der "Dekade zur Überwindung von Gewalt" berichtete. Fernando Enss, Moderator und einer der Initiatoren der Dekade betonte deren Wichtigkeit: "Weil wir nicht glauben, dass Gewalt das letzte Wort hat." Mission sei in der heutigen Zeit gerade dann attraktiv, wenn die Menschen in den Kirchen glaubhaft vorlebten, dass Gewaltlosigkeit das Erkennungsmerkmal der Christen für die Welt rund um den Globus sei. Kritisch bemerkte er, dass es eine durch-aus ambivalente Beziehung zwischen Gewalt und Mission gebe: "Das Wort Gottes ist nicht immer als ein befreiendes, versöhnendes und heilendes Wort erfahren worden." Der Eifer mancher in der Kirche habe Kulturen und Gemeinschaften verletzt und manchmal Rassismus und Unterdrückung unterstützt. Dieser Fehler müsse bekannt und analysiert werden.
Bernhard Dinkelaker, Generalsekretär des Evangelischen Missionswerks in Südwestdeutsch-land (EMS) sagte: "Wir müssen uns viel stärker als bisher mit dem Thema ‚versteckte Gewalt' in unseren Kirchen beschäftigen." Im Workshop zum Thema "Gewalt" sei die erschreckende Tatsache zur Sprache gekommen, dass die Gewalt gegen Frauen in beinah allen Ländern von Deutschland über Nicaragua bis nach Südafrika viel größer sei, als allgemein angenom-men würde. "Mindestens ein Viertel aller dieser Frauen erlebt Gewalt, in manchen Ländern bis zu 50 Prozent", sagte Dinkelaker. Auf der Weltmissionskonferenz sei in Workshops und Kleingruppenarbeit die Gelegenheit, solchen Erfahrungen vorsichtig einen Raum zu geben, sie bewusst zu machen. "Das kann ein erster Schritt zur Heilung sein", so Dinkelaker.

Anika Küster/Andrea Seefeld

Zu Ihrer Information:
Für das EMS berichtet Martin Frank von der noch bis zum 16. Mai dauernden Weltmissionskonfe-renz in Athen.
Interviewwünsche richten Sie bitte an:
Andrea Seefeld, Abteilung Kommunikation, Tel.: 0711-63678-85, E-Mail: seefeld@ems-online.org
KÜSTER - 13.05.05