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18.05.05 04:59 Alter: 7 yrs

Weltmissionskonferenz in Athen beendet

In Athen ist am Sonntag die 13. Weltmissionskonferenz zu Ende gegangen. Rund 500 Delegierte aus mehr als 100 Ländern und allen grossen Konfessionen kamen an dem Ort zusammen, an dem der Apostel Paulus vor knapp 2.000 Jahren seine Predigt an die Athener hielt.

Hauptredner beim Abschlussgottesdienst auf dem Areopag, dem Ratshügel nordwestlich der Akropolis, war der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Samuel Kobia.

An der einwöchigen Konferenz für Weltmission und Evangelisation nahmen nach ÖRK-Angaben von seinen 347 Mitgliedskirchen Vertreter der orthodoxen, evangelischen, anglikanischen, baptistischen, freikirchlichen, vereinigten, afrikanischen und pfingstkirchlichen Tradition teil.

Erstmals waren auch 42 Delegierte der katholischen Kirche nicht als Beobachter, sondern gleichberechtigte Mitglieder bei einer Weltmissionskonferenz vertreten. Für viele sei die Veranstaltung vor allem durch diese "erweiterte Beteiligung" geprägt gewesen, heisst es in einer ÖRK-Presseerklärung.

Überwindung von Gewalt
Im Zentrum der Plenarsitzungen standen nach Mitteilung der Veranstalter Themen wie die Überwindung von Gewalt, Bekämpfung von HIV/Aids und Förderung einer für alle Menschen offenen Kirche.

Die christlichen Kirchen in Jerusalem schenkten der Konferenz ein fünf Meter hohes Kreuz, das nun für die neunte ÖRK-Vollversammlung im Februar 2006 ins brasilianische Porto Alegre gebracht werden soll.

"Geld zum Götzen erhoben"
Kirchen weltweit hätten Menschen aufgrund von Rasse, Geschlecht, sexueller Orientierung, Behinderung oder Duldung unterdrückerischer Strukturen ausgeschlossen, heisst es in einem "Brief aus Athen", der von den Delegierten verabschiedet wurde. Im Zentrum des Evangeliums stehe der Ruf nach Gewaltlosigkeit und Versöhnung; deshalb fordere die Gewalt, die durch Globalisierung und Militarismus hervorgerufen werde, Christen besonders heraus.

Im Schlussgottesdienst verglich ÖRK-Generalsekretär Samuel Kobia die wirtschaftliche Globalisierung mit dem Turmbau zu Babel. Geld sei zu einem Götzen erhoben worden, für den sogar mit Menschen gehandelt werde. Durch den Heiligen Geist könnten Christen erkennen, wo der Wert eines Menschen nur noch nach seiner Konsumfähigkeit bemessen werde. Kobia forderte insbesondere zum Gebet für junge Menschen auf, damit diese sich für eine gerechtere, friedlichere und solidarischere Welt einsetzen.

Missionsbefehl kein Konferenzthema
Der stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft pfingstlich-charismatischer Missionen (APCM), Andreas Franz, sieht in der Einladung von Pfingstlern und Evangelikalen eine neue Offenheit im ÖRK. Es gebe Anzeichen für ein Umdenken in der Ökumene. Die Konferenz sei nicht mehr so "massiv politisch" gewesen wie frühere Tagungen. Allerdings sei eine neutestamentliche Sicht von Mission kaum angesprochen worden. Der Befehl Jesu Christi, alle Völker zu Jüngern zu machen, habe im Konferenzprogramm praktisch keine Rolle gespielt.

Webseite:
www.mission2005.org/index.php?id=528&L=2

Quellen: Kipa/ÖRK/epd/IDEA