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13.05.05 10:20 Alter: 7 yrs

ORF: Generalsekretär des Weltkirchenrats für Schuldbekenntnis der Christen

Der Generalsekretär des Weltkirchenrats, Samuel Kobia, erinnerte bei der Weltmissionskonferenz in Athen an die "schwere historische Last" der christlichen "Mission".

Die "Mission" trage eine schwere historische Last, "weil sie selbst zu Spaltung und Konflikt - zwischen Völkern und sogar zwischen Kirchenfamilien - beigetragen hat", erklärte Kobia in Athen. Es sei jetzt an der Zeit, "Schuld zu bekennen und Buße zu tun", so der Generalsekretär des Weltkirchenrats.

Verlagerung von Norden nach Süden

Die Tatsache, dass sich das "demographische Zentrum des Christentums" immer mehr von "Norden" nach "Süden" verlagere, bringe spirituelle, moralische und theologische "Probleme" mit sich, betonte Kobia. Die ökumenische Bewegung stehe nun vor einer doppelten Herausforderung. Auf der einen Seite müsse sie sich den "neuen Manifestationen des Geistes" öffnen. Auf der anderen Seite müsse die Treue zur "Wahrheit, Tradition und Theologie der historischen Gemeinschaften, die Gott 2.000 Jahre lang treu gedient haben", gewährleistet werden. Auf diesem Hintergrund gewinne die "erste Missionskonferenz des neuen Millenniums" ihre strategische Bedeutung, unterstrich der Generalsekretär des Weltkirchenrates in Athen.

Globalisierung und "Communio"

Der Athener orthodoxe Theologe Athanasios P. Papathanasiou setzte sich bei der Weltmissionskonferenz mit der Herausforderung durch die Globalisierung auseinander. Wörtlich meinte Papathanasiou: "Um vereinfachende Interpretationen der Globalisierung und der Postmoderne zu vermeiden, die sie als Schmelztiegel der Zivilisationen oder im Gegensatz dazu als unvermeidbaren Zusammenstoß der Zivilisationen sehen, sind wir aufgerufen, den gegenwärtigen Zustand als eine Gelegenheit für kritische Kreativität zu betrachten". Einen zentralen Stellenwert nimmt für den orthodoxen Theologen der Gedanke der Versöhnung ein. Papathanasiou baute seine Argumentation auf den östlichen Kirchenvätern auf, die alles Leben als eine "Verwandlung zur dreifaltigen Existenz" betrachten. Daher könne die Kirche weder eine weltliche Organisation noch ein bloßer Zusammenschluss von Individuen sein, sie müsse vielmehr ein klares Zeugnis der Gemeinschaft nach dem Bild des dreifaltigen Gottes geben. Dieser Weg der "Communio" sei weder der eines undifferenzierten "globalen Dorfes" noch der eines isolierten Nebeneinanders von Einzelnen.

"Versöhnung" im Mittelpunkt der Konferenz

Die Weltmissionskonferenz dient dem Austausch zwischen orthodoxen, katholischen, anglikanischen, evangelischen und evangelikalen Christen, die aus Kirchen in Nord- und Südamerika, Afrika, Europa und Asien kommen, um Erfahrungen auszutauschen, die sie jeweils mit "Gottes Mission" unter den Menschen gemacht haben. Im Mittelpunkt von mehr als 60 Workshops stehen Fragen wie die Möglichkeit des "Erfahrens von Heilung" in einer Gemeinde oder danach, wie in einer gespaltenen Gesellschaft durch das Wirken christlicher Gemeinden Versöhnung gefördert werden kann. Auch die katholische Kirche, die nicht Mitglied des Weltkirchenrats ist, ist in Athen durch eine vom Sekretär des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Bischof Brian Farrell, geleitete Delegation vertreten.